Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Arthur Weisbrodt

Geboren

23. September 1909

Rummelsburg bei Berlin

Gestorben

6. November 1944

Brandenburg an der Havel

Optiker · Kommunist · Widerstandskämpfer

Stolperstein für Arthur Weisbrodt in Berlin-Mahlsdorf

Widerstand

Was macht Arthur Weisbrodt zum Widerstandskämpfer?

Arthur Kurt Paul Weisbrodt, genannt „Atti“, war Optiker und kommunistischer Widerstandskämpfer. Schon früh kam er mit der kommunistischen Bewegung in Kontakt.

Bereits 1920 war er in einer kommunistischen Kindergruppe aktiv. 1923 trat er dem Kommunistischen Jugendverband bei und 1929 wurde er Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten setzte Weisbrodt seine politische Arbeit im Untergrund fort. Er arbeitete als Kurier für die Reichsleitung der Roten Hilfe Deutschlands (RHD), einer Organisation, die politisch Verfolgte und deren Angehörige unterstützte.

Außerdem war er an der technischen Herstellung der illegalen Zeitschrift „Tribunal“ beteiligt und verbreitete sie unter anderem in Mahlsdorf.

Am 4. Mai 1934 wurde Arthur Weisbrodt verhaftet. Er wurde zu einer Zuchthausstrafe verurteilt und erhielt während seiner Haft in einem weiteren Verfahren eine zusätzliche mehrjährige Strafe.

Einen großen Teil der folgenden Jahre verbrachte er im Zuchthaus Brandenburg-Görden.

Frühes Leben

Sein Leben vor dem Nationalsozialismus

Arthur Weisbrodt wuchs in einem politisch geprägten Umfeld auf. Eine wichtige Rolle spielte dabei seine Mutter Frida Weisbrodt.

Auch sie war politisch aktiv. Sie gehörte zunächst der SPD und später der USPD an und wurde schließlich Mitglied der KPD. Darüber hinaus engagierte sie sich in der Roten Hilfe Deutschlands.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten unterstützte Frida Weisbrodt politisch Verfolgte und versteckte Menschen, nach denen die Gestapo suchte. Bereits im April 1933 wurde sie deshalb kurzzeitig verhaftet.

Arthur selbst engagierte sich schon als Kind und Jugendlicher in kommunistischen Organisationen. Später erlernte er den Beruf des Optikers und wurde Optikermeister.

Damit begann sein politisches Engagement nicht erst nach 1933. Als die Nationalsozialisten politische Gegner verfolgten und Organisationen wie die KPD verboten, setzte Weisbrodt seine politische Arbeit im Untergrund fort.

1941 bis 1944

Rückkehr in den Widerstand

Erst 1941 kam Arthur Weisbrodt wieder frei.

Von 1941 bis 1944 arbeitete er als Mechaniker bei der Firma Helmuth Riedel Apparatebau in Berlin, die für die Rüstungsproduktion tätig war.

Trotz seiner jahrelangen Haft nahm Weisbrodt erneut Kontakt zum kommunistischen Widerstand auf.

Er schloss sich dem Umfeld der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation an, einem bedeutenden kommunistischen Widerstandsnetzwerk während der letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs.

Die Widerstandsgruppe verbreitete illegale Schriften, knüpfte Kontakte in Berliner Betrieben und versuchte, weitere Menschen für den Widerstand gegen das NS-Regime zu gewinnen.

1944

Verhaftung und Hinrichtung

Am 12. Juli 1944 wurde Arthur Weisbrodt erneut verhaftet.

Am 19. September 1944 verurteilte ihn der Volksgerichtshof gemeinsam mit Erwin Nöldner und Bernhard Almstadt wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode.

Am 6. November 1944 wurde Arthur Weisbrodt im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet.

Er war 35 Jahre alt.

Erinnerung

Arthur und Frida Weisbrodt

Viele Jahrzehnte nach ihrem Tod wird heute wieder an Arthur und Frida Weisbrodt erinnert.

Am 23. September 2024 – dem 115. Geburtstag Arthur Weisbrodts – wurden vor ihrem früheren Wohnhaus in der Greifswalder Straße 49 in Berlin-Mahlsdorf zwei Stolpersteine verlegt.

Sie erinnern an Arthur Weisbrodt und seine Mutter Frida und damit an zwei Menschen aus dem heutigen Bezirk Marzahn-Hellersdorf, die während des Nationalsozialismus politisch verfolgt wurden und Widerstand leisteten.

Von Arthur Weisbrodt konnte für diese Seite bislang kein historisches Porträt gefunden werden, das eindeutig zugeordnet und für die Veröffentlichung verwendet werden kann.

Deshalb zeigt diese Biografie an seiner Stelle den Stolperstein, der heute in Berlin-Mahlsdorf an ihn erinnert.

Vielleicht passt gerade dieses Bild zu seiner Geschichte. Denn Arthur Weisbrodt gehört zu den Menschen im Widerstand, deren Namen und Lebenswege heute nur noch wenigen bekannt sind.

Der Stolperstein erinnert daran, dass hinter diesem Namen ein Mensch stand, der verfolgt wurde, Widerstand leistete und dafür mit seinem Leben bezahlte.

Seine Geschichte soll trotzdem sichtbar bleiben.

Nachweise

Quellen & weiterführende Informationen

Stolpersteine in Berlin

Biografie von Arthur Kurt Paul Weisbrodt

Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin

Stolpersteinverlegung für Arthur und Frida Weisbrodt in Berlin-Mahlsdorf

Gedenktafeln in Berlin

Biografische Angaben zu Arthur Weisbrodt und seinem Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Bildnachweis

Stolperstein für Arthur Weisbrodt

Stolperstein Arthur Weisbrodt

Greifswalder Straße 49, Berlin-Mahlsdorf

Aufnahme: 23. September 2024

Fotograf: OTFW, Berlin

Quelle: Wikimedia Commons

Lizenz: CC BY-SA 3.0